Erfolgserlebnisse sind das A und O

 

Es ist echt tricky mit dem Meditieren: Die Motivation wächst, wenn ich eine Wirkung meiner Meditationspraxis wahrnehmen kann. Meditation kann jedoch nur wirken, wenn sie regelmäßig praktiziert wird. Regelmäßig! Allein schon dieses Wort … Da steckt „Regel“ drin und dann auch noch „mäßig“ – beides nicht gerade meine Lieblingsworte.
Hier ein paar Strategien, wie du dennoch zu Erfolgserlebnissen in der eigenen Meditationspraxis kommen kannst:


1. Du vertraust den Ergebnissen der zahlreichen wissenschaftlichen Studien, die die positiven Wirkungen von Meditation bestätigen: Stärkung der Resilienz, bessere Stressbewältigung, mehr Schlafqualität, mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit, um nur einiges zu nennen. Mithilfe deines Vertrauens in die psychologischen und neurowissenschaftlichen Studien schaffst du es, durchzuhalten – bis du durch die Ergebnisse deiner ganz privaten, eigenen Testreihe jede Menge Motivation aufgebaut hast.


2. Du betrachtest die tägliche Praxis als besondere Zeit für dich. Dazu gehört ein Platz, den du so gestaltest, dass du dich supergerne dort aufhältst, dort angenehm aufrecht sitzen kannst, mit dem Blick auf Schönes – vielleicht eine Kerze, frische Blumen, ein Bild, ein Spruch, ein Stein – wenn du in dich hineinlauschst, dann weißt du, was du dort sehen möchtest. Mit einem kleinen Übergangsritual, wie zum Beispiel Gesicht waschen, eine Tasse Tee trinken, eine Kerze anzünden, Wohlgeruch erzeugen durch Räucherstäbchen oder Duftlampe, dein Lieblingslied für dich singen, einen Sonnengruß machen, die Klangschale anschlagen, machst du für dich selbst spürbar, dass jetzt deine ganz eigene „quality time“ beginnt. Am Handy interessiert dich für die nächste viertel oder halbe Stunde nur noch der Timer, der dir sagt, wann die Zeit rum ist, die du meditieren möchtest. Das Telefon ist außer Hörweite. Alle, die im Haus/in der Wohnung anwesend sind, wissen, dass du für die nächste Zeit ungestört sein willst. Die Anziehung deines Meditationsplatzes wächst von Woche zu Woche, man könnte meinen, er lädt sich immer mehr mit angenehmer Energie auf: Klarheit, Ruhe, Wohlwollen.


3. Du erinnerst dich an Momente des Glücks, der inneren Ergriffenheit, der Begeisterung. Wenn du genauer darüber nachdenkst, kommst du darauf, dass du in diesen Momenten sehr präsent warst – vielleicht, weil du über beide Ohren verliebt warst in dein Gegenüber, oder weil du dich staunend in einer überwältigenden Landschaft befunden hast, oder weil du eine Musik gehört hast, die dich völlig in ihren Bann nahm, oder weil du an etwas gearbeitet hast, was dich total fasziniert hat, oder … Die erinnerten Momente sind zwar unwiederbringlich Vergangenheit, aber hier kommt die gute Nachricht: Je mehr Momente voller Präsenz du in deinem Leben hast, umso lebendiger wirst du dich fühlen. Und wie kommst du zu mehr Präsenz? Richtig, durch eine stabile Meditationspraxis! Das Leben wird bunt und überraschend – das kann eine starke Motivation sein.


4. Du bist beeindruckt von den Weisheitstraditionen der Menschheit – sei es im Buddhismus, im Hinduismus, im Christentum, in schamanischen Traditionen, um nur einige zu nennen. Schon seit Urzeiten haben Menschen die Sphären des menschlichen Geistes ausgelotet und sich mit meditativen Praktiken in spirituellen Dimensionen verortet. Du weißt, dass du ein Gemeinschaftswesen bist, verbunden mit Jedem und Allem in deinem Umfeld. Du bist überzeugt, dass auch die Welt um dich herum profitiert, wenn du durch eine stabile Meditationspraxis das in dir schlummernde Potenzial an menschlichen Qualitäten stärkst. Inspiration findest du in Büchern von Lehrerinnen und Lehrern der Meditation und Achtsamkeit. Solche Lektüren wie auch die Begegnung mit Menschen, die sich auf einem ähnlichen Weg befinden, und ab und zu ein Retreat mit guten Lehrern geben dir immer wieder den nötigen „Schubs“ auf das Meditationskissen.

 

Was meine persönliche Strategie ist, regelmäßig zu meditieren, auch wenn die Motivation gerade schwach ist? Ich hänge die Latte nicht so hoch. Von dem amerikanischen Meditationslehrer Joseph Goldstein stammt der Ausspruch: „Mein Vorsatz war, mich einmal am Tag aufs Kissen zu setzen.“ So mache ich es auch, das schaffe ich – Erfolgserlebnisse garantiert.


Foto: Annette Marquard-Mois

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